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Die Zukunft der Intelligenz

January 24, 2007 on 9:41 pm | In books | No Comments


Den Namen Jeff Hawkins verbinden die meistens Menschen eher mit Palm Inc. und nicht mit Neurowissenschaften. In seinem Buch die “Zukunft der Intelligenz’ schreibt Hawkins leidenschaftlich von seinen Gedanken zum menschlichen Gehirn. Schon seit ca. 20 Jahren hängt die KI Forschung recht fest. Was haben SciFi Autoren schon alles zu diesem Thema geschrieben. Der berühmte HAL aus Odyssee 2001 wäre nach Arthur C. Clark nun schon 10 Jahre alt. Aber von all den Prophezeiungen ist nichts erfüllt worden. Große Projekte wie z.B. Cyc haben nie das erreicht was erreicht werden sollte. Hawkins, der nie an Neuronale Netze als Lösung zur KI geglaubt hat, forscht selbst schon seit 20 Jahren zum diesem Thema. Hawkins versucht, wie viele Informatiker Probleme lösen, einen möglichst simplen einfachen Algorithmus zu finden, der auf den gleichen Prinzipien wie unser Gehirn funktioniert. Wie genau er das machen möchte steht natürlich nicht in dem Buch. Eigentlich ist er auch noch nicht so weit. Seine neue Firma Numenta arbeitet an einer neuen Art von Computer Speicher Modell, dem „Hierarchical Temporal Memory“. Im Buch beschreibt er in einer einfachen und sehr anschaulichen Art, wie Hawkins sich den Funktionsablauf des Gehirns vorstellt. Ganz im Gegensatz zu anderen Büchern mit diesem Thema, schreibt Hawkins nicht direkt von biologischen Ablaufen und chemischen Effekten, die sich keiner merken kann. Er betrachtet das ganze eher wie eine Blackbox in die schon etwas reingeschaut wurde und versucht das Prinzip dahinter zu erläutern.
Auch wenn einige Teile des Buches sehr komplex sind und viele Leser mit Sicherheit das eine oder andere Kapitel zweimal lesen müssen, liest sich das Buch recht flüssig und wird dabei nicht langweilig. Von mir ein dickes Plus für Jeff Hawkins, hat viel Spaß gemacht zu lesen und war sehr bereichernd. Ob mit Hawkins neuen Thesen, es der Mensch nun wirklich schafft in ca. 10-20 Jahren eine künstliche Intelligenz zu schaffen, sollte jeder mit sich ausmachen. Die Rechnerpower und Speicherkapazitäten dafür sind mit der aktuellen Technologie auf alle Fälle vorhanden. Es fehlt nur an den fähigen Algorithmen.

Schwitzhütte / Inipi

January 8, 2007 on 9:42 am | In berlin | 2 Comments

Vor einigen Tagen haben Bekannte und ich eine Schwitzhütte gebaut. Schwitzhütten wurden vor ca. 2500 Jahren für rituelle Zwecke von indigenen Völkern entwickelt. Jedoch geriet dieses Ritual in Vergessenheit. Für eine traditionelle Schwitzhütte wird ein ungefähr 3 Meter Durchmesser und ca. 15 cm tiefer großer Kreis aus den Boden gegraben. Für die heißen Steine ( dazu später mehr ) wird in der Mitte der Hütte ein ca. 50 cm tiefes kleines Loch gegraben. Aus dem Sand der mittleren Vertiefung für die Steine wird neben der Hütte, rechts zum Eingang, ein Altar gebaut. Der Altar hat keinen funktionalen Sinn und dient nur der spirituellen Reinigung und dem Schutz der Hütte.

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Die Vertiefung wird durch eine kleine spirituelle Zeremonie gereinigt. Im Schamanischen wird das jeweils durch Rauch gemacht. Verschiedene einheimische Kräuter und Harze werden dabei verwendet und die Wächter der verschiedenen Himmelsrichtungen angebetet, um die Hütte zu schützen. Nach der Zeremonie werden Haselnussäste in der Grube gespannt und verbunden um das Dach der Hütte zu bilden.

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Traditionell wird der Eingang in Richtung Norden eingebaut. Um der Hütte noch zusätzlich Stabilität zu geben werden bis zu 4 horizontale Ringe auch aus Haselnussruten um die horizontalen Bögen gespannt und mit Schnüren verbunden.
Einige Tage nach dem nun alles stand sollte die Hütte auch mal eingeweiht werden. Also auf zu einer Schwitzhüttenzeremonie. Ein Hüttenleiter war nach ein paar Tagen recht schnell gefunden. Zusammen bauten wir dann die restlichen Dinge auf. Zuerst muss die Hütte mit mehreren Lagen von Decken abgedeckt werden.

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Als nächstes wird der Stapel Holz für das Feuer zum Erhitzen der Steine vorbereitet (vorne links im Bild ). Die Steine liegen hinten links im Bild.
In einer kleinen Zeremonie werden dann die persönlichen Steine von jedem Schwitzhüttenteilnehmer gewählt. Dabei bedankt man sich sozusagen im voraus bei seinem Stein. Danach werden dann noch zusätzlich Steine mit auf die Feuerstelle gelegt. Nun wird das Lagerfeuer gezündet und nach ca. 2 Stunden sind die Steine glühend heiß. Dann kann es endlich losgehen. Alle steigen im Uhrzeigersinn in die kleine Hütte und der Schwitzhüttenleiter legt die ersten 15 Steine in die Mitte der Hütte. Dann wird die Hütte geschlossen. Nach ca. 5 Minuten beginnt der Schweiß zu fließen. Zu diesem Zeitpunkt noch in einem gemütlichen Rahmen. Nach und nach verbraucht der Hüttenleiter seine 7 Aufgüsse für die Erste von 4 Runden. Dabei werden noch einige Kräuter auf die Steine geworfen. In der ersten Runde werden dann von jeden Hüttenteilnehmer Danksagungen gesprochen. Das passiert den Uhrzeigersinn nach und startet mit dem Hüttenleiter. Der aktuell Sprechende hält dabei immer einen Stock ( Palaverstock ) in der Hand. Nach den Danksagungen haben die anderen noch ein recht imposantes Lied gesungen. Ein anderer hat ein Geschichte erzählt. Leider hab ich total vergessen um was es dabei ging. Irgendwas mit Wölfen und einer alten Frau. Einigen Minuten danach wird dann die Hütte wieder geöffnet und die nächsten 15 Steine in die Mitte gelegt. Die zweite Runde ist die Runde der Bittsagungen. Wie in der ersten Runde wird wieder der Stock einen nach dem anderen durch gereicht. Dabei fingen in dieser Runde bei mir so langsam die Qualen an. Im Geiste hab ich alle Sprecher die nach mir ran kamen und länger oder extrem langsam gesprochen haben verflucht und im Geiste so langsam in 100 Stücke zerlegt. Nach der zweiten Runde wurde dann wieder die Hütte geöffnet und diesmal war es eine extreme Erleichterung. Nach dem Ende der zweiten Runde durfte sogar etwas Wasser getrunken werden. Allerdings kam schon wieder ein mulmiges Gefühl in den Magen als während des Trinkens schon die nächsten 15 Steine in die Mitte gelegt wurden. Dann wurde wieder der Eingang verschlossen. (Übrigens war innerhalb der Hütte tiefste Dunkelheit. Nur bei frischen Steinen blieb nach dem Verschließen etwas rötliches Licht). Das Wasser floss nun schon etwas mehr als gewöhnlich das Gesicht runter. Eher schon wie ein Wasserfall. Dubai war im Sommer dagegen der reinste Kühlschrank. Die dritte Runde begann. In der dritten Runde wird über das was jeder in der Zukunft geben will gesprochen. Mittlerweile war es so das jeder der mehr als 5 Worte sagte in meinem Geiste quasi in 1000 Stücke zerteilt wurde und alles in einzelnen Behältern mit 100%iger Salzsäure aufgelöst wird. Ich denke zu diesem Zeitpunkt war schon ungefähr 1 Stunde vergangen.

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Mein Schweiß wandelte sich langsam von dem flüssigen Zustand, den ich normalerweise kenne, in einen leicht dickeren Zustand. Nach der Zeremonie hat mir der Hüttenleiter erklärt, dass das mein Körperfett ist was sich langsam verflüssigt. Sprich mein Körper hat wahrhaftig gekocht. Eigentlich hat mir die Hitze körperlich nicht so viel ausgemacht. Mein Problem war eher der durch die 9 Personen in der Hütte mangelnde Sauerstoff und die extreme feuchte und heiße Luft durch die Aufgüsse. Nach der dritten Runde erklärte der Hüttenleiter, dass ein fließender Übergang von der 3. in die 4. Runde stattfindet. Geistig schrie ich im Kopf meinen Verstand an, einfach aufzustehen und die Hütte zu verlassen. Problem war, dass der Hüttenleiter einen nicht raus lassen wollte und ich auch nicht die ganze Zeremonie schmeißen wollte, dazu kam noch der eigene Ehrgeiz das ganze durchzuhalten. Trotzdem begann ich auch nun den Hüttenleiter geistig langsam in mehrere Teile zu zerlegen. Ich hab mich in den Moment gerade extrem auf das Öffnen der Hütte gefreut. Nun hieß es einfach durchhalten. Zum Glück ließ der Leiter eine Person die starke Kreislaufprobleme hatte aus der Hütte. Was nun fast den ganzen Rest erlaubte sich auf den Boden zu legen, was gut tat. Zwischendurch wurden sehr schnell neue Steine in die Hütte gelegt. Langsam glaubte ich das meine Haut anfängt zu brennen. Auch das Atmen brannte nun leicht, wenn frisches Wasser auf die Steine gegossen wurde. Durch dem zum Glück immer noch recht kalten Boden kam von unten etwas Kühlung an meinen Körper. Allerdings half das gar nicht gegen die Sauerstoffarmut in der Hütte. Als dann der Hüttenleiter noch eine Pfeife anmachte, glaubte ich, mich tritt ein Pferd. Wie kann man bei der Luft, Feuchte und Hitze nur ansatzweise auf die Idee kommen jetzt eine Pfeife durch die Runde zu geben. Dann sollten wir langsam zur 4ten Runde übergehen und in unsere Visionen eintauchen. Da ich alles andere als ein spiritueller Mensch bin, kam natürlich keinerlei Vision bei mir. Außer die Todes- und Folterszenen gegenüber den anderen Leuten die mich dazu gebracht haben diese Tortur mitzumachen. Trotzdem kam nach einigen Minuten, für wenige Minuten in mir eine extreme Ruhe zustande. Die leichte Sauerstoffpanik war vorbei und auch ein Wohlbehagen drang durch meinen Körper. Der Schweiß lief wahrlich in Strömen. Selbst meine Lippen schwitzten oder es kam mir durch den Schweißfluss vom Gesicht nur so vor. Dieses Gefühl hatte ich noch nie vorher in meinem Leben. ( Oder ich kann mich nicht mehr daran erinnern. ) Nachdem sich, mich eingeschlossen, einige langsam etwas zu viel stöhnten, hat der Hüttenleiter die Schwitzhütte abgebrochen. 2,5 Stunden sind bis zu diesen Zeitpunkt ungefähr vergangen.
Nach seinen Aussagen danach, wurde es ihm langsam etwas zu heikel, weil zu viel Erstlinge in der Hütte waren. Normalerweise helfen sich die Teilnehmer immer etwas gegenseitig, was aber mangels Erfahrung der Runde so nicht passierte da alle nur mit sich selbst beschäftigt waren. Nachdem die Hütte endlich das letzte mal geöffnet wurde und alle im Uhrzeigersinn die Hütte verlassen durften, merkte ich wie nass meine Klamotten waren. Nach einigen Metern torkelndem Gehen und zwischen den schon am Boden liegenden anderen Teilnehmern, war ich der letzte der aus der Hütte kam, nach einen freien Platz suchend merkte ich ein Gefühl das sich der Geburt wahrlich ähneln muss. Draußen waren ca. 4-5 Grad. Mein Körper war aber so extrem aufgeheizt dass mir überhaupt nicht kalt wurde. Nach einigen Minuten verging das Gefühl, trotzdem war irgendwie für mich noch nicht alles vorbei. Ich saß noch einige Minuten an dem Lagerfeuer und versuchte alles etwas zu verstehen und nicht zu vergessen. Was mir alles andere als leicht fiel. Nach einigen Minuten zog ich mich dann aus und kühlte meinen Körper unter einen kalten Dusche die im Garten aufgestellt war. Danach fühlte ich mich so sauber, dass ich mich nicht erinnern kann wann ich das letzte mal das Gefühl hatte. Wenn es das jemals gab. Mein Schweiß muss den ganzen Dreck förmlich aus den Poren gepresst haben.
Meine erste Schwitzhütte war somit zu ende. Das ganze wirkt bis jetzt noch leicht nach. Man versucht immer wieder zu verstehen was eigentlich darin passiert ist. Alles etwas schwer zu erklären.. Wenn man mich fragt ob ich das nochmal mache und diesmal vielleicht noch bis zum Ende durchziehe, kann ich die Frage zur Zeit nicht beantworten. So schnell erstmal nicht. Ausschließen will ich es aber nicht.

Falls ihr nun mehr über Schwitzhütten erfahren wollt, so ist der Wikipediaartikel jedoch nicht ganz richtig. Dort wird geschrieben, dass dieses Ritual von den nordamerikanischen Indianern stammt. Jedoch ist auch bei den asiatischen indigenen Völkern eine solche Zeremonie bekannt und wird von dortigen Schamanen mit einer etwas anderen Zeremonie gestaltet, welche sich im Kern jedoch nicht unterscheidet. Ziel der ganzen Quälerei ist, Dinge los zulassen, die man in seinem Leben nicht mehr braucht. Eine Abwandlung zu der oben beschriebenen Geschichte sind bspw. Gesänge, die in allen Runden stattfinden, wobei jeder Teilnehmer Lieder mitbringt. Dies hat den Hintergrund, dass man sich weniger auf die Hitze und mehr auf die Lieder konzentriert. Dadurch wird das Ganze dann etwas leichter zu ertragen.

Am Ende muss ich aber noch dringend darauf hinweisen, dass nicht einfach selbst nachzumachen. Ein erfahrener Hüttenleiter sollte durch die Schwitzhütte führen.

Happy Newyear

January 2, 2007 on 10:33 am | In technic | No Comments

Allen ein schönes neues Jahr. Hoffentlich wird das neue Jahr noch besser als das Alte.

Sylvester 2006

Der Feuerwerksmodus der IXUS 800 ist übrigens spitze.

Sylvester 2006

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