Roma
March 28, 2007 on 8:39 pm | In travel |So ein kleiner verlängerter Wochenendtrip hat doch immer wieder was erfrischendes für Geist und Seele. Rom kann ich für so einen Trip sehr empfehlen. Es gibt das sehr alte Rom und das heilige Rom durch den Vatican. Meine Neugier galt eher dem alten Rom. Das Kolosseum ist noch eine Stück größer als ich vermutet hatte. Es muss für die Menschen der damaligen Zeit einfach sehr imposant gewesen sein in der Arena den Spielen zu zuschauen. Egal wie blutig sie damals waren. Das Kolosseum und das Palatatin beschäftigt einen Mensch wie mich einen gesamten Tag. 10 Stunden bin ich bei herrlichstem Sonnenschein durch die Ruinen durchgelaufen.

Dann noch einen Tag für die Touristrecke im Vatikanstaat. Das heißt 3 Stunden anstehen für das größte Museum der Welt. Dieses Museum ist so groß und die Räume jeweils so beeindruckend, das man visuell total erschlagen wird und nach 2 Stunden erschöpft ist. Kurz vor dem Ende des Museumsganges kommt dann das Highlight, die Sixtinische Kapelle. Ein Raum der mich alleine 1,5 Stunden beschäftigt hat. Man konnte sich an den Bildern und dem Stil der Deckenbemalung nicht satt sehen. Quasi bei jedem Augenzwickern findet man neue Details. Durch den extrem präzisen perspektivischen Zeichenstill denkt man die Figuren kommen aus der Wand her raus. Unglaubliche 20 Jahre hat Micheangelo mit seinen Gehilfen an der Deckenbemalung gearbeitet. Wenn man bedenkt wie anstrengend das Malen in der Rückenlage gewesen sein muss, ist die Kapelle mit ihrer Deckenbemalung ein wirklich imposantes Beispiel von Durchhaltewillen. Leider muss man sagen das das Museum einfach von Touris erdrückt wird. Ein Rundgang wird dadurch noch anstrengender, als er schon allein wäre. Die Sixtinische Kapelle ist dann natürlich der Höhepunkt. Der große Raum wird von einem extremen internationalen Sprachgewirr gefühlt. Was den Museumswärtern natürlich gar nicht gefällt. Schließlich ist die Kapelle ein Raum der Ruhe. Alle 3 Minuten wird ein “Quiet, pleaseâ€? oder “Psssst” durch den Raum gerufen. Wenn das nicht hilft, wird noch ein Tonband in ca. 6 Sprachen abgespielt. Diese Maßnahmen halten aber nicht länger als ca. 10 Sekunden. Fotografieren ist übrigens strengstens verboten. Hab ich allerdings erst am Ende der Tour gemerkt.. Upps..

Nachdem man nun schon von dem Museum geistig total erschlagen ist, sollte man sich gleich noch schnell eine Stunde in der Schlange vor dem Petersdom anstellen. Da kommt dann gleich mal der nächste Schlag. Sieht von draußen alles sehr viel kleiner aus als von innen.
Nicht verpassen sollte man die Fontana di Trevi. Wirklich der schönste Brunnen den ich je in meinen Leben gesehen habe.

Recht interessant war es, den Obdachlosen von Roma zu zuschauen, wie sie in einer Gruppe versuchen das Geld aus der Fontana di Trevi zu holen. Einer lenkt die Polizei ab ( einmal hab ich gesehen wie einer einfach vor der Polizei umgekippt ist ) und die anderen holen dann in dem Moment mit einem magnetischen Teleskopzeigestab einige große Münzen aus dem Brunnen.

Anders als ich dachte ist Rom nicht so hektisch. Auf der Straße wird an Kreuzungen schon recht rüpelhaft gedrängelt. Was einen aber total erstaunt ist das auf den U-Bahnrolltreppen nicht gelaufen wird. Alle bleiben auf ihrer Stufe stehen und warten bis das Ende der Rolltreppe erreicht wird. Dieser Umstand könnte allerdings auch daran liegen das die Rolltreppen in der Roma Metro sehr viel schmaler als gewohnt sind. Ticketschalter mit Drehkreuzen findet man quasi in jedem Bereich bei dem Eintritt bezahlt werden muss. Egal ob in der U-Bahn, im Museum oder im Eingangsbereich zum Kolosseum. Diese kleinen Maschinen sind überall und die dazugeröhrigen Ticketautomaten sind extrem langsam und schwerfällig.

Als Kaffeegenießer sollte man unbedingt den Espresso in der Bar San Eustachio an der Piazza di Eustachio probieren. Dort wird mit Sicherheit der dickflüssigste Espresso der Welt gemacht. Hat schon leichte Puddingkonsistenz und schmeckt herrlich in der Sonne.
Übrigens, trotz des ganzen Spaßes muss ich auch noch was bedrohliches anmerken. Auf dem Hinflug über den Alpen war in den Tälern von Österreich absolut keine Schnee mehr zu sehen. Ich vermute das dass für die Jahreszeit doch schon etwas zu früh ist.
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